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Arlbergbahn
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top
| Innsbruck Hbf–Bludenz | Innsbruck Hbf–Bludenz |
|---|---|
| Verlauf | Verlauf |
| Höhenprofil | Höhenprofil |
| Streckennummer (ÖBB) : | 101 05 |
| Kursbuchstrecke (ÖBB) : | 301 (Jenbach–Telfs-Pfaffenhofen / Steinach in Tirol) 400 (Innsbruck Hbf–Bludenz) |
| StreckenlÀnge: | 136,720 km |
| Spurweite : | 1435 mm ( Normalspur ) |
| Netzkategorie : | A |
| Streckenklasse : | D4 (Landeck-Zams–Strengen: D2) |
| Stromsystem : | 15 kV 16,7 Hz ~ |
| Maximale Neigung : | Ostrampe: 26 ‰ Westrampe: 34 ‰ |
| Minimaler Radius : | Ostrampe: 300 m Westrampe: 242 m |
| Streckengeschwindigkeit: | 160 km/h |
| Zugbeeinflussung : | PZB |
| Zweigleisigkeit : | Innsbruck Hbf–Ötztal Abzw Schönwies 1–Landeck-Zams Abzw Flirsch 1–Abzw Langen 1 |
| | |
| | |

47.263277611.4010086coordinatesKoordinaten: 47° 15â€Č 47,8″ N, 11° 24â€Č 3,6″ O

Die Arlbergbahn ist eine elektrifizierte Hauptbahn in Österreich. Sie verbindet die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck mit Bludenz in Vorarlberg durch den Arlbergtunnel und stellt die Verbindung von der Strecke Kufstein–Innsbruck (Unterinntalbahn) zur Bahnstrecke Bludenz–Lindau her. Sie gehört zum Kernnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Der Bau der Arlbergbahn begann 1880. Nachdem zwischen Innsbruck und Landeck der Verkehr am 1. Juli 1883 aufgenommen worden war, erfolgte die Eröffnungsfahrt am 20. September 1884cite-ref-1[1] auf der gesamten Streckecite-ref-2[2] und die Freigabe am 21. September 1884. Die Arlbergbahn wies ursprĂŒnglich eine GesamtlĂ€nge von 136,72 Kilometern auf, von denen 105,77 Kilometer in Tirol und 30,95 Kilometer in Vorarlberg liegen. Sie ĂŒberwindet dabei von Osten kommend eine Höhendifferenz von 729,2 Meter bis zum Scheitel. Im steileren, weil kĂŒrzeren, Westteil betrĂ€gt der Höhenunterschied 752,3 Meter. Auf der Westrampe, bei km 119,300, befindet sich mit 35 Promille GefĂ€lle auch die steilste Stelle der Bahn.cite-ref-3[3] Neben der West- und der Ost-Rampe, die teilweise in spektakulĂ€ren Hanglagen gebaut sind, bildet der Arlbergbahntunnel mit einer LĂ€nge von 10.648 Metern (ursprĂŒnglich 10.249,9 Meter) zwischen St. Anton am Arlberg und Langen am Arlberg den zentralen Bestandteil der Arlbergbahn.

Die ursprĂŒnglich eingleisige Strecke ist heute teilweise zweigleisig ausgebaut. Die Abschnitte Ötztal–Kronburg, Landeck-Zams–Schnann und Klösterle–Bludenz sind eingleisig.

Contents

‱ Bauarbeiten
‱ Baukosten
‱ Geschichte
‱ Betrieb
‱ Konzertkurve
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Vorgeschichte und Bau

Bereits 1845 war eine Bahn ĂŒber den Arlbergpass im GesprĂ€ch, als englische Eisenbahnkonstrukteure nach einer Schienenverbindung fĂŒr den Verkehr von England nach Ägypten suchten, allerdings sprachen zu dieser Zeit noch zu viele technische Vorbehalte gegen einen Bau. Die Eröffnung der Semmeringbahn 1854 zeigte jedoch, dass eine Gebirgsbahn ĂŒber den Arlberg keineswegs unmöglich ist.

Erster Protagonist einer Eisenbahn von Tirol nach Vorarlberg war der Vorarlberger Textilindustrielle und PrĂ€sident der Handelskammer Feldkirch, Carl Ganahl, der sich schon 1847 fĂŒr eine Eisenbahnverbindung vom Bodensee zur Adria starkmachte. Ganahl hatte im damaligen Handelsminister Karl Ludwig Freiherr von Bruck einen tatkrĂ€ftigen Mitstreiter gefunden. Mit dem erstmaligen Ausscheiden Brucks aus dem Ministerium im Jahre 1851 geriet die Forderung in Vergessenheit. Als Freiherr von Bruck am 10. MĂ€rz 1855 Finanzminister wurde, wollte er von seinen einstigen Forderungen nichts mehr wissen, da er in diesem Amt kein derart kostspieliges Unterfangen wagte. Im Gegensatz dazu ließ sich Ganahl von seiner Idee nicht abbringen. Im Verein mit weiteren Vorarlberger Industriellen ließ er, aufgrund einer Vorkonzession vom 9. April 1865 von Achilles Thommen, dem Erbauer der Brennerbahn, planerische Vorarbeiten ausfĂŒhren. Thommen nahm sowohl auf die Durchfahrung des Arlbergs als auch auf dessen Überschienung mittels einer Fell’schen Steilbahn RĂŒcksicht. Dieses Projekt wurde jedoch schon bald verworfen, da damit keine durchgehende Gleisverbindung herzustellen gewesen wĂ€re.cite-ref-geschichte-der-eisenbahnen-der-sterreichisch-ungarischen-monarchie-band-1-teil-2-4-0[4]

Nachdem die Interessenten die heimatlichen Volksvertreter zu tatkrĂ€ftigerem Vorgehen drĂ€ngten, beschlossen die Landtage von Vorarlberg am 5. und Tirol am 20. Dezember 1866 eine Vorstellung bei der Regierung zum Bau der Eisenbahn. Ganahl, der zudem Mitglied des Vorarlberger Landtags war, machte sich bei dieser Gelegenheit dafĂŒr stark, die Bahn auf Staatskosten zu bauen, wenn sich nicht ehestens Privatunternehmer fĂ€nden.

Ausgelöst durch den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und das damit verhĂ€ngte Handelsembargo erhielt das Projekt der Arlbergbahn eine geradezu dramatische Dringlichkeit: Vorarlberg war von drei Seiten von Ausfuhrverboten umgeben und gegen Osten stand der Arlberg im Wege. Das Handelsministerium, dem die bisher vorliegenden Projekte weder verlĂ€sslich, noch vollstĂ€ndig erschienen, beauftragte im Sommer 1871 die k.k. General-Inspection der österreichischen Eisenbahnen mit der Ausarbeitung eines neuen umfassenden Projekts fĂŒr die Gebirgsstrecken. DarĂŒber hinaus veranlasste es eine geologische Untersuchung des Arlbergs und meteorologische Beobachtungen wĂ€hrend des Winters 1871/72.cite-ref-geschichte-der-eisenbahnen-der-sterreichisch-ungarischen-monarchie-band-1-teil-2-4-1[4]

Durch den Bau der Gotthardbahn ermutigt, wurden schließlich zwei Projekte in die engere Auswahl gezogen: WĂ€hrend der eine Entwurf eine Strecke vom Paznauntal ins Montafonertal vorsah, wurde im anderen Plan eine Strecke vom Stanzer Tal ins Klostertal projektiert. FĂŒr den zweiten Entwurf gab es fĂŒnf Vergleichslinien, die einer nĂ€heren PrĂŒfung unterzogen wurden, ehe die Entscheidung zugunsten des tiefer liegenden, zweigleisig auszufĂŒhrenden Scheiteltunnels fiel. Handelsminister Anton Freiherr von Banhans legte am 22. MĂ€rz 1872 dem Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf ĂŒber die AusfĂŒhrung der Arlbergbahn auf Staatskosten mit einem Gesamtaufwand von 42 Millionen Gulden vor. Vom Abgeordnetenhaus wurde die eingebrachte Vorlage jedoch nicht behandelt. Vielmehr wurden Stimmen dafĂŒr laut, die Eisenbahnverbindung von Tirol nach Vorarlberg ĂŒber das Lechtal zu errichten, und verlangten die nochmalige Befragung der Experten. Obwohl diese ihr frĂŒheres Gutachten aufrechterhielten, ließ das Handelsministerium Trassierungen im Lechtal vornehmen. Die beigezogenen Experten schlossen eine derartige LinienfĂŒhrung weiterhin aus.cite-ref-wiener-zeitung-5-0[5] Daraufhin gab es im Abgeordnetenhaus heftige Auseinandersetzungen zwischen Gegnern des Projekts einerseits und Minister Lasser und den ĂŒbrigen BefĂŒrwortern der Arlbergbahn andererseits. Obwohl die 1873 ausgebrochene Wirtschaftskrise immer weiter um sich griff und die Bevölkerung immer lauter nach Arbeit und Verdienst rief, fand die zweite Eingabe von 1876 wieder keine Erledigung. Erst im dritten Anlauf von 1879 waren die Protagonisten der Arlbergbahn mit dem beabsichtigten 10.270 m langen Scheiteltunnel erfolgreich, da durch die Fortschritte beim Gotthardtunnel das vorgelegte Projekt Vertrauen gewann.cite-ref-6[6] Die Strecke wurde zunĂ€chst fĂŒr Zuglasten von bis zu 150 t ausgelegt.cite-ref-6-7-0[7]

Am 10. Mai 1880 brannten nachts Freudenfeuer auf den Bergen Tirols und Vorarlbergs und tags darauf beging Innsbruck festlich die Gesetzwerdung der Sicherstellungsvorlagen fĂŒr den Bau der Eisenbahn Innsbruck–Bludenz ĂŒber den Arlbergcite-ref-9[8.1] berichtet eine Festschrift der ÖBB zur Vergabe des Handelsministers zum Bauauftrag fĂŒr die Arlbergbahn. Damit konnte endlich mit dem lange ersehnten Bau begonnen werden. Julius Lott wurde zum Baudirektor der Arlbergbahn ernannt.

Neben der allgemeinen Euphorie gab es allerdings auch Skepsis, die mit dem Spruch „Was der Herrgott durch einen Berg getrennt hat, soll der Mensch nicht durch ein Loch verbinden“ zum Ausdruck gebracht wurde.cite-ref-10[9]

Bauarbeiten

Der erste Bauangriff galt dem Arlbergtunnel, der an die Unternehmen Ceconi fĂŒr die Ostseite im Stanzer Tal und BrĂŒder Lapp fĂŒr die Westseite im Klostertal vergeben wurde. Am 20. Juni 1880 wurde auf der Ostseite und vier Tage spĂ€ter auf der Westseite mit dem Vortrieb begonnen. WĂ€hrend auf der Ostseite mit Pressluft betriebene Stoßbohrmaschinen der Bauart Ferroux zum Einsatz kamen, die einen durchschnittlichen tĂ€glichen Baufortschritt von 5,07 m erlaubten, kamen auf der Westseite mit Druckwasser betriebene Brandtsche Drehbohrmaschinen zum Einsatz, die einen durchschnittlichen tĂ€glichen Vortrieb von 4,95 m schafften. Der tĂ€gliche Gesamtvortrieb betrug damit 10,02 m und lag damit wesentlich höher, als der geplante von 6,6 m, wodurch ein ganzes Jahr an Bauzeit eingespart werden konnte.

Welcher Stellenwert der Arlbergbahn eingerĂ€umt wurde zeigt, dass Kaiser Franz Joseph I. höchstpersönlich 1881 die Tunnelbaustelle besuchte. Dabei begab er sich etwa 1000 m in den Stollen des im Bau begriffenen Arlbergtunnels hinein, um sich ein Bild der grĂ¶ĂŸten Baustelle der österreichisch-ungarischen Monarchie machen zu können.

Bereits am 19. November 1883 konnte der Durchschlag des Arlbergtunnels – 5.500 m vom Ostportal und 4.750 m vom Westportal – feierlich begangen werden. Am 14. Mai 1884 war der gesamte Arlbergtunnel fertiggestellt. Die Gesamtbaukosten des Arlbergtunnels ausschließlich des Gleisrostes und der Signaleinrichtungen betrugen 38.165.282 Kronen.

Der Arlbergtunnel steigt von St. Anton auf einer LĂ€nge von rund 4 km mit 2 ‰, ehe er im Streckenkilometer 104,241 mit 1.310,926 m seinen höchsten Punkt erreicht und danach bis Langen am Arlberg mit 15 ‰ fĂ€llt.

Der Bau der Talstrecke von Innsbruck nach Landeck wurde erst im November 1881 in Angriff genommen. Schwierigkeiten bot dabei nur der Abschnitt von Silz bis Landeck, wo wegen der Beengtheit des Tales die Trasse auf einer LĂ€nge von 10,4 Kilometern dem Inn abgerungen werden musste. DafĂŒr mussten umfangreiche FelsabtrĂ€ge, Steinschlichtungen und Uferschutzbauten errichtet werden. Dennoch konnte bereits am 1. Juli 1883 die Teilstrecke von Innsbruck nach Landeck dem Betrieb ĂŒbergeben werden.

Wesentlich schwieriger gestalteten sich dagegen die Arbeiten auf den beiden Rampenstrecken. Allein fĂŒr die genaue Aufnahme des steilen und unwegsamen GelĂ€ndes war die Errichtung von 37,5 km Hilfswegen erforderlich. WĂ€hrend am Arlbergtunnel bereits gearbeitet wurde, konnte die Bauvergabe der beiden Rampenstrecken erst im August 1882 erfolgen. Wegen der Notwendigkeit der Herstellung von Baustellenzufahrten, Dienstbahnen und SeilaufzĂŒgen (vier auf der Ostrampe und acht auf der Westrampe) konnte mit dem eigentlichen Bau erst im FrĂŒhjahr 1883 begonnen werden.

Aber nicht nur im Arlbergtunnel, sondern auch sonst gingen die Arbeiten schneller als geglaubt voran. Dies, obwohl besonders auf der Westrampe außergewöhnlich große Schwierigkeiten zu bewĂ€ltigen waren. Wegen der zu Rutschungen neigenden und lawinengefĂ€hrdeten Lehnen mussten zahlreiche Kunstbauten errichtet werden. Von den zahlreichen AquĂ€dukten, BrĂŒcken, Viadukten, Tunneln, Galerien und Lawinenschutzbauten ist vor allem die WĂ€ldlitobelbrĂŒcke (mittlerweile wegen Linienverlegung aufgelassen) bei Klösterle zu erwĂ€hnen, deren Hauptbogen eine Spannweite von 41 m und eine Pfeilerhöhe von 13,23 m hat.

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Hauptartikel

:

TrisannabrĂŒcke

Auf der Ostrampe ist die ViaduktbrĂŒcke ĂŒber die Trisanna bei Landeck mit einer offenen StĂŒtzweite von 120,0 m und einer Maximalhöhe von 86,0 Meter ĂŒber Grund das imposanteste Bauwerk. Die TrisannabrĂŒcke war lange Zeit das grĂ¶ĂŸte Bauwerk dieser Art in Österreich und gilt selbst heute noch als Denkmal österreichischer Ingenieurskunst. Ihr markanter Stahlbogen wurde 1964 erneuert.

Bereits am 3. September 1884 konnte der erste Zug die gesamte Strecke von Landeck bis Bludenz befahren. Am 6. September wurde die Strecke fĂŒr den GĂŒterverkehr freigegeben. Tags darauf erfolgte im Beisein des Handelsministers die Kommissionierung der Strecke und der Stationen von Landeck bis Bludenz, womit die Voraussetzungen zur Aufnahme des Personenverkehrs geschaffen wurden.

Am 20. September 1884 wurde die neue Strecke durch Kaiser Franz Joseph I. feierlich eröffnet. Der Monarch reiste dazu in einem Sonderzug von Innsbruck an und befuhr mit dem k.u.k. Hofsalonzug die gesamte Arlbergbahn bis Bludenz und weiter bis Bregenz. Am 21. September 1884 wurde die gesamte Strecke offiziell dem Betrieb ĂŒbergeben. Im zweigleisig ausgebrochenen Arlbergtunnel war vorerst nur ein Gleis errichtet. Vorarlbergs Abgeschiedenheit von den österreichischen LĂ€ndern war damit beseitigt und die Arlberglinie ĂŒber ihre innerstaatliche Bedeutung hinaus berufen, dem Warenaustausche zwischen Westen und Osten neue Wege zu weisen.cite-ref-9-1[8.1]

Dem Baudirektor der Arlbergbahn, Julius Lott, war es nicht vergönnt, diesen feierlichen Moment mitzuerleben. Lott vertiefte sich so in seine Arbeit, dass er seine persönliche LeistungsfĂ€higkeit außer Acht ließ und wĂ€hrend des Baus schwer erkrankte. Am 16. November 1882 musste Lott die Bauleitung an Oberinspektor Johann Wilhelm Poschacher (* 16. Mai 1839 in Salzburg; † 24. Dezember 1910 in Wien)cite-ref-11[10]cite-ref-12[11] ĂŒbergeben, der die Arbeiten termingerecht vollendete und dafĂŒr 1884 als Edler von Arelshöh nobilitiert wurde.cite-ref-13[12] Julius Lott verstarb 16 Monate vor der Fertigstellung der Arlbergbahn am 24. Mai 1883 im Alter von nur 47 Jahren in Wien an Miliartuberkulose. Noch am Krankenbett wurde Lott in WĂŒrdigung seiner großartigen Leistungen als Eisenbahnpionier, und insbesondere jener um den Bau der Arlbergbahn, der Orden der Eisernen Krone als Auszeichnung verliehen. Um seinen Tod rankten sich lange Zeit Legenden, die ihm einen Selbstmord andichteten, da er Angst gehabt haben sollte, dass seine Berechnungen zum Durchstich des Arlbergtunnels nicht gestimmt haben sollten. Das Verkehrsministerium bereitete in den 1970er Jahren dieser MĂ€r ein Ende, als es den Tod Lotts untersuchen ließ und dessen natĂŒrlichen Tod feststellte. Lotts Freunde errichteten in WĂŒrdigung seines Schaffens am Ostportal des Arlbergtunnels in St. Anton am Arlberg ein Denkmal in Form eines Obelisken, das anlĂ€sslich der Eröffnung der Arlbergbahn am 20. September 1884 durch Kaiser Franz Joseph I. feierlich enthĂŒllt wurde.

Die Höchstzahl der BeschĂ€ftigten beim Bau des Arlbergtunnels lag bei 5.000 Mann. In St. Anton selbst gesellten sich zu den 900 Einwohnern 2.200 Arbeiter aus allen Teilen der österreichisch-ungarischen Monarchie, was fĂŒr die bisher kleine Gemeinde eine harte Belastung bedeutete. Durch den Bahnbau gab es am Arlberg zahlreiche Opfer zu beklagen. So forderte allein der Bau des Arlbergtunnels 92 Menschenleben. Auf den offenen Strecken waren bis zu 11.000 Arbeiter tĂ€glich im Einsatz.

Der Priester und Kurat von St. Jakob, Paul Bernhard, stellt die Folgen des Tunnelbaues folgendermaßen dar: FĂŒr das einfache Talvolk brachte der vierjĂ€hrige Tunnelbau harte PrĂŒfungen mit sich. FĂŒr den mĂ€nnlichen Teil waren die Gefahren der Genußsucht, in specie die Trunksucht in den 34 Schenken und die Übertretung der Fasttage und Entheiligung der Sonntage am grĂ¶ĂŸten. FĂŒr den weiblichen Teil, insbesondere der Jungfrauen, war die VerfĂŒhrung der sittlichen Korruption Ă€ußerst groß und so hatten 13 MĂ€dchen des Dorfes das schwere Schicksal lediger MĂŒtter zu tragen.

Wie schon bei der Semmeringbahn, wurden die BahnhofsgebĂ€ude und WĂ€chterhĂ€user der Arlbergbahn nach österreichweit Ă€hnlichen PlĂ€nen und immer im gleichen Baustilcite-ref-6-7-1[7] mit den beim Bau gewonnenen Steinen errichtet. Da beim Bau des Arlbergtunnels eine rote Gesteinsader gefunden wurde (diese zieht sich beispielsweise gut sichtbar durch die SĂŒdwand der Roten Wand), wurden die Seitenkanten der BahnhofsgebĂ€ude mit diesem roten Stein ausgekleidet. Auf den Ă€lteren BahnhofsgebĂ€uden entlang der Strecke kann dies immer noch gesehen werden. Diese StationsgebĂ€ude aus der Anfangszeit der Arlbergbahn stehen nun unter Denkmalschutz.cite-ref-7-14-0[13]

Baukosten

Anmerkung: Zur Zeit des Baues der Arlbergbahn war zwar der Gulden noch offizielles Zahlungsmittel. Eine detaillierte Aufstellung der Baukostencite-ref-15[14] liegt jedoch nur in Kronen vor. Da das UmrechnungsverhÀltnis mit 1:2 festgelegt wurde, lassen sich die Baukosten sehr einfach umrechnen.

| Gegenstand | Baukosten in Gulden | Baukosten in Kronen | Baukosten in Kronen pro km |
|---|---|---|---|
| Vorarbeiten | 1.405.582 | 2.811.163 | |
| GrundstĂŒcke und GebĂ€ude | 2.498.638 | 4.997.275 | 36.668 |
| Erd- und Felsarbeiten (ausgen. Tunnel) | 4.282.369 | 8.564.738 | 62.844 |
| Böschungs- und Futtermauern | 1.362.103 | 2.724.206 | 19.900 |
| Kunstbauten (BrĂŒcken, DurchlĂ€sse etc.) | 2.899.888 | 5.799.775 | 42.566 |
| Tunnel (ohne Arlbergtunnel) | 525.524 | 1.051.048 | 19.844 |
| Arlbergtunnel | 19.082.641 | 38.165.282 | 65.496 |
| Oberbau | 2.590.079 | 5.180.158 | 38.010 |
| Hochbau | 1.883.966 | 3.767.932 | 27.648 |
| noch nicht genannte Unterbauarbeiten | 1.247.803 | 2.495.606 | |
| Beschotterung | 626.698 | 1.253.396 | |
| AusrĂŒstung, Signaleinrichtungen | 480.185 | 960.370 | |
| Fahrbetriebsmittel | 2.199.750 | 4.399.499 | |
| Verwaltung | 213.051 | 426.102 | |
| Öffentliche Abgaben | 1.624 | 3.248 | |
| Gesamt | 41.299.920 | 82.599.798 | ≈ 606.000 |

Streckenverlauf

Trassierung und Schutz vor Naturgefahren

Im Streckenabschnitt Innsbruck–Landeck betrug die grĂ¶ĂŸte durchschnittliche Steigung 8,8 ‰, im Abschnitt Landeck–St. Anton am Arlberg 26,4 ‰, im Arlbergtunnel selbst zwischen 2 und 15 ‰ und im Abschnitt Langen am Arlberg–Bludenz 31,4 ‰. In den Bögen wurde die Steigung zur Erreichung eines möglichst gleichmĂ€ĂŸigen Fahrwiderstandes verringert.

Zwischen Innsbruck und Landeck betrug der kleinste Bogenhalbmesser 300 m und zwischen Landeck und Bludenz 250 m. Das Planum hatte in den geraden Abschnitten eine Kronenbreite von 5,2 m, die in engen Bögen um 0,1 m verbreitert wurde.

Zwischen Ötztal Bahnhof und Roppen fĂŒhrt die Strecke nahe am Inn durch das Bergsturzgebiet des Tschirgant.

Im Streckenabschnitt Landeck–Bludenz wurden 59 offene BrĂŒcken mit einer Spannweite zwischen 2 und 12 m sowie 17 BrĂŒcken mit grĂ¶ĂŸerer Spannweite errichtet. ZusĂ€tzlich zum (damals) 10.250 m langen, zweigleisigen Arlbergtunnel wurden weitere neun eingleisige Tunnel, deren GesamtlĂ€nge damals 1.167 m betrug, errichtet. Allerdings wurde der (jetzige „neue“) Moltertobeltunnel erst nach der eigentlichen Bauphase in ursprĂŒnglich vermutlich aus KostengrĂŒnden offen gequerten steilen und entsprechend gefĂ€hrdeten Hanglagen errichtet. Der „neue“ Moltertobeltunnel ersetzte ab 1914 die lange Zeit noch durchgehend befahrbare, stark steinschlaggefĂ€hrdete offene Hangtrasse (samt „altem“ Moltertobeltunnel alter-moltertobeltunnel⊙47.118694210.4770781) zwischen Weinzierltunnel und Strengen.

Aus dem gleichen Grund entstanden nachtrĂ€glich der Simastobeltunnel, der Großtobeltunnel sowie der Wildentobeltunnel. Der in den 1920er Jahren konstruierte Simastobeltunnel war lediglich eine in Tunnelform gehaltene Einhausung, die am westlichen Ende des Bahnhofs Langen a. A. begann. Mit dieser konnte die Strecke vor vom Blasegg abgehenden Lawinen und SteinschlĂ€gen geschĂŒtzt werden. Das davon ein StĂŒck westwĂ€rts gelegene, zwischen Klösterle und Langen in die Alfenz abfallende Großtobel (das nicht mit dem gleichnamigen, in der amtlichen Karte im Jahr 2021 noch namentlich aufgefĂŒhrten Seitenast des bei Dalaas gelegenen Radonatobels zu verwechseln ist) musste bereits ab 1893 mit dem gleichnamigen Tunnel unterquert werden, nachdem dort etwa 500 000 mÂł bei einem Bergsturz niedergegangenes Gesteincite-ref-16[15] die offene Strecke im Jahr 1892 bis zu 6 m hoch verschĂŒttete. Etwa zwischen 2001 und 2005 ersetzte man den Simastobeltunnel (inzwischen abgetragencite-ref-17[16]) und den Großtobeltunnel (inzwischen aufgelassencite-ref-18[17]) durch den 2411 m langen Blisadonatunnel. Der Wildentobeltunnel wurde erst 1914 eröffnet, um die Querung des Schwemmkegels des Spreubachs fortan zu meiden.

Der Bahnhof St. Anton am Arlberg am Ostportal des Arlbergtunnels wurde anlĂ€sslich der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2001 aus dem Ort heraus auf die SĂŒdseite des Ortes verlegt und völlig neu gestaltet. Das alte BahnhofsgelĂ€nde war dem ZielgelĂ€nde und der Veranstaltungshalle im Weg. DarĂŒber hinaus war die vordem dort situierte Eisenbahnkreuzung am Zugang zu den Liftanlagen den Besuchern ein stĂ€ndiges Hindernis. Die Verlegung des Bahnhofes und vor allem die Gestaltung des BahnhofgebĂ€udes mit einer mit einem aus rostfreiem Stahl bestehenden Geflecht verkleideten Betonfassade fanden jedoch keine ungeteilte Zustimmung, weshalb der Bahnhof St. Anton oft abfĂ€llig als St. Beton tituliert wird. Das alte BahnhofsgebĂ€ude blieb erhalten und wird nun fĂŒr andere Zwecke genutzt.

Ab der AlfenzbrĂŒcke am Westportal des Arlbergtunnels schmiegt die Strecke sich durchgehend an die mehr oder weniger schroffen SĂŒdhĂ€nge des Lechquellengebirges an und erreicht erst am Klosterbogen, etwa 2 km vor dem Bahnhof Bludenz, flaches GelĂ€nde. Als Kuriosum mag gelten, dass der kurze Abstieg im Klosterbogen zum Bahnhofsplanum Bludenz noch in der Höchstneigung gehalten wurde.

Im Bereich des Löcherwaldes bei Dalaas ist die Trasse durch ein geologisch instabiles Gebiet, in dem leicht auswaschbares Gipsgestein ansteht, gelegt worden.cite-ref-19[18] Besonders gefĂ€hrdet ist der Abschnitt zwischen km 118,4 und km 119,9. Die Strecke mitsamt den Kunstbauten ist dort von Absenkungen bedroht. 2014 wurde dort eine Monitoringanlage, die alle 24 Stunden eine geodĂ€tische Messung vornimmt und evtl. Bodenbewegungen registriert, installiert. Da dieses Intervall viel zu groß ist, um auf Gefahren rechtzeitig zu reagieren, sollte ab 2018 eine NeigungsĂŒberwachungsanlage, die das GelĂ€nde permanent ĂŒberwacht und VerĂ€nderungen sofort an die Fahrdienstleitung meldet, installiert werden.cite-ref-20[19] Im Zuge des Rahmenplans 2022–2027 wollen die ÖBB dort weitere Verbesserungen vornehmen.cite-ref-21[20]

Die Stauwirkung des Arlberggebiets auf die in Mitteleuropa hĂ€ufig aus Westen heranströmenden Luftmassen sorgt fĂŒr den Niederschlags- und speziell Schneereichtum des Gebiets, vor allem an der Westrampe der Bahn. Beispielsweise lagen am 22. April 1917 im Bahnhof Langen a. A. 2,74 m Schnee.cite-ref-22[21] Im Beobachtungszeitraum 1971 bis 2000 fielen in Langen a. A., wo am Bahnhof eine automatische Wetterstation der GeoSphere Austriacite-ref-23[22] steht, durchschnittlich 1653 mm Jahresniederschlag, etwa 30 % mehr als in St. Anton, das im Lee des Arlbergs liegt.cite-ref-24[23] Wegen der hĂ€ufigen Bedrohungen der Bahn durch Lawinen und StarkniederschlĂ€ge betreiben auch die ÖBB mehrere automatische Wetterstationen entlang der Strecke, unter anderem auf dem Blasegg oberhalb des Bahnhofs Langencite-ref-25[24] und auf dem 2991 m hohen Gauderspitz.cite-ref-26[25] Streckensperrungen werden (hĂ€ufig bei oder ab Lawinenwarnstufe 4) in Zusammenarbeit mit gebietskundigen Angehörigen der betriebseigenencite-ref-27[26] und örtlichen Lawinenkommissionen vorgenommen.cite-ref-1-28-0[27] RegelmĂ€ĂŸig werden die im Trassenbereich stehenden BĂ€ume auf ihre Standfestigkeit ĂŒberprĂŒft und labile Exemplare entfernt, was aufgrund der Steilheit des GelĂ€ndes oft mit Hilfe eines Hubschraubers geschieht.cite-ref-29[28]

LinienfĂŒhrung

Die Arlbergbahn verlĂ€sst Innsbruck Hauptbahnhof westwĂ€rts und fĂŒhrt sĂŒdlich des Inn weitgehend geradlinig am weiten Talboden ĂŒber Telfs-Pfaffenhofen bis etwa Haiming, von wo aus die LinienfĂŒhrung durch das Bergsturzgebiet des Tschirgant an der MĂŒndung der Ötztaler Ache in den Inn bis Roppen etwas kurviger gehalten wurde. Westlich von Roppen begleitet die Bahnlinie in der Innschlucht den Fluss am Talgrund bis zum Bahnhof Imst-Pitztal.cite-ref-30[29] Ab hier weitet sich das Tal wieder etwas, die Trasse verbleibt aber dennoch meist am sĂŒdlichen Hangfuß und umfĂ€hrt durch die Linienverlegung im Zammer Tunnel den gleichnamigen Ort direkt an den Bahnhof Landeck heran.

In Landeck beginnt unmittelbar nach der Westausfahrt des Bahnhofs der Anstieg in die Ostrampe der Arlbergbahn unter Querung des Inns. An der SĂŒdflanke des Sannatals geht es dann ĂŒber Pians bis Wiesberg, wo die von SĂŒden kommende Trisanna auf der gleichnamigen BrĂŒcke hoch ĂŒber dem Talboden gekreuzt wird. Dem Stanzertal und seinem GewĂ€sser, der Rosanna, wird weiter westwĂ€rts ebenfalls an dessen SĂŒdhĂ€ngen gefolgt, wobei die exponierte Hangtrasse bis Strengen weitgehend seit 1914 durch den Moltertobeltunnel im Berginneren ersetzt wurde. Nach Flirsch kann die Arlbergbahn den geweiteten Talboden geradliniger nutzen und wurde daher auch doppelspurig ausgebaut. Ab etwa St. Jakob am Arlberg ist die ursprĂŒngliche, offene TrassenfĂŒhrung zugunsten einer in den AbhĂ€ngen des Zwölferkopfs liegenden sĂŒdlichen Tunnelumfahrung von St. Anton am Arlberg aufgegeben worden.

Nach Passieren des Arlbergtunnels wird ab Langen am Arlberg die steile Nordflanke des Klostertals fĂŒr die Westrampe hinunter nach Bludenz genutzt. Zahlreiche weitere Kunstbauten mitsamt ausgedehnten Lawinenschutzgalerien kennzeichnen in weiterer Folge die im Unterhalt teure Strecke, die bis auf die Bahnhofsebenen von Wald am Arlberg, Dalaas, Hintergassecite-ref-31[30] sowie Braz nahezu immer im MaximalgefĂ€lle ohne Kehrschleifenbildung angelegt wurde. Erst vor dem Kloster St. Peter ist der Talboden erreicht und nach weiteren 2 km der Bahnhof Bludenz im Illtal.

Elektrifizierung

Ermutigt durch die positiven Erfahrungen beim Betrieb der Mittenwaldbahn und in Anbetracht der Tatsache, dass natĂŒrliche Wasserkraft zur Stromerzeugung in ausreichendem Maß vorhanden war, beschĂ€ftigten sich weitblickende Ingenieure schon sehr frĂŒh mit der Elektrifizierung der Arlbergbahn. Hinzu kam, dass die traditionellen Lieferanten fĂŒr hochwertige Lokomotivkohle nach dem Zerfall der Monarchie nun im Ausland lagen. Dadurch wurde Kohle teuer.cite-ref-1-28-1[27] Das gab Anlass, die Elektrifizierung der Arlbergbahn per Gesetz vom 23. Juli 1920 zu beschließen.

AnlĂ€sslich der 40-Jahr-JubilĂ€umsfeier des Durchschlags des Arlbergtunnels im Herbst 1923, an der 13 noch lebende Ingenieure der Bauzeit teilnahmen, verkĂŒndete Sektionschef Enderes nicht ohne Stolz, dass ihr Werk durch die Elektrisierung der Arlbergbahn „schon bald die letzte Vollendung erfahren werde“.cite-ref-32[8.2]

Die Elektrifizierung der Bahn erfolgte im Bahnstromsystem 15 kV, 16 ⅔ Hz, das in Österreich schon zu dieser Zeit als Einheitstromsystem fĂŒr die Eisenbahnen vereinbart wurde. Die technische AusfĂŒhrung der als Kettenfahrleitung ausgestatteten Oberleitung erfolgte durch die A.E.G. Union ElektrizitĂ€tsgesellschaft und die Österreichischen Siemens-Schuckert Werke.

Die Bedeutung der Elektrifizierung der Arlbergbahn wurde 1925 mit der Herausgabe einer eigenen Festschrift durch die Österreichischen Bundesbahnen dokumentiert.

| Datum | Abschnitt |
|---|---|
| 20. MĂ€rz 1913 | Innsbruck Hauptbahnhof – Innsbruck Westbahnhof (infolge der Errichtung der Mittenwaldbahn) |
| 22. Juli 1923 | Innsbruck Westbahnhof–Telfs-Pfaffenhofen |
| 19. Dezember 1923 | Telfs-Pfaffenhofen– Landeck |
| 20. November 1924 | St. Anton am Arlberg –Langen am Arlberg |
| 29. April 1925 | Landeck–St. Anton am Arlberg |
| 14. Mai 1925 | Langen am Arlberg– Bludenz |

Somit war ab 14. Mai 1925 die gesamte Strecke durchgehend elektrisch befahrbar.

Da nunmehr schwerere ZĂŒge ĂŒber die Strecke gefĂŒhrt werden konnten, mussten darĂŒber hinaus Gleise und Kunstbauten fĂŒr die erhöhten Achs- und Meterlasten ertĂŒchtigt werden.

Ruetzwerk

Das sĂŒdlich von Innsbruck bei Unterschönberg befindliche Ruetzkraftwerk wurde 1912 zur Energieversorgung der Mittenwaldbahn errichtet. Dieses Kraftwerk wird von der Ruetz gespeist und weist eine GefĂ€llehöhe von 185 m auf. FĂŒr den Betrieb der Arlbergbahn wurde das Ruetzwerk erweitert und mit zwei TurbinensĂ€tzen zu 4.000 PS und einem Turbinensatz mit 8.000 PS ausgestattet.

FĂŒr den elektrischen Teil sorgte die A.E.G. Union ElektrizitĂ€ts-Gesellschaft Wien und fĂŒr die Turbine die Maschinenfabrik J.M. Voith St. Pölten. Auch beim Ruetzwerk zeichnete die Lokomotivfabrik Krauss Linz fĂŒr die Druckrohrleitung verantwortlich.cite-ref-elektrisch-ber-den-arlberg-8-0[8]

Das Werk wurde 1983 durch ein Schachtkraftwerk nahe Fulpmes, welches 15,4 MWcite-ref-0-33-0[31] leistet, ersetzt.

Kraftwerk Spullersee

Nachdem der österreichische Abgeordnete Wilhelm Ellenbogen bereits vor dem Ersten Weltkrieg massiv fĂŒr die Nutzung der WasserkrĂ€fte zur Bahnstromerzeugung eingetreten war, wurde 1919 unter StaatssekretĂ€r Jukel und Sektionschef Ing. Dittes das Elektrisierungsamt errichtet.cite-ref-34[8.3] Mit dem darauf erfolgten Beschluss zur Errichtung des Kraftwerks Spullersee wurde der Grundstein fĂŒr die Elektrifizierung der Arlbergbahn gelegt.

Das Kraftwerk Spullersee steht unterhalb des Bahnhofs Wald am Arlberg, das zu dieser Zeit noch Dannöfen hieß, und wurde in den Jahren 1919 bis 1925 unter der Leitung von Ing. Dittes als zweites Kraftwerk der Österreichischen Staatsbahnen zur Versorgung der Arlbergstrecke errichtet. Da die Verantwortlichen zu dieser Zeit noch keine Erfahrungen mit dem Bau eines solchen Großkraftwerks hatten – das 1902 errichtete Kraftwerk Rosenbach diente vorwiegend nur der Baustelleneinrichtung fĂŒr den Bau des Eisenbahn-Karawankentunnels –, war dieser eine technische Pionierleistung, die Bewunderung in ganz Europa fand.

Das Wasser fĂŒr den Antrieb der Generatoren des Kraftwerkes kommt aus dem Spullersee, der ĂŒber ein Fassungsvermögen von 13,5 Millionen Kubikmeter verfĂŒgt. FĂŒr das auf einer Wasserscheide liegende Staubecken (Wasserspiegel bei Vollstau in 1.827 Metern Höhe liegend) im Lechquellengebirge wurden zwei Sperrmauern mit 20 und 30 Meter Höhe errichtet. Von dort gelangt das Wasser ĂŒber einen 1,8 Kilometer langen Stollen zum Wasserschloss. Ab dort strömte es durch zwei oberirdisch angeordnete Fallrohre ĂŒber ein GefĂ€lle von rund 800 m ins Kraftwerk Spullersee. Das Krafthaus war vorerst mit drei Turbinen zu je 8.000 PS ausgestattet. Beim Bau des Kraftwerks wurde bereits darauf RĂŒcksicht genommen, dass die Anlage noch um eine dritte Fallrohrleitung sowie einen vierten Turbinensatz fĂŒr die Arlbergbahn und zwei weitere fĂŒr die Bahnstrecke Lindau–Bludenz erweitert werden konnte, und spĂ€ter auch wurde. Die Gesamtleistung war also fĂŒr 48.000 PS ausgelegt.

Der bauliche und wasserbauliche Teil wurde von der Firma Innerebner & Mayer aus Innsbruck errichtet. Der elektrische Teil kam von den Österreichischen Siemens-Schuckert-Werken in Wien. Die Turbinen wurden von der Leobersdorfer Maschinenfabriks-AG gefertigt. Bemerkenswert dabei ist, dass die drei Druckrohrleitungen von der Lokomotivfabrik Krauss Linz in Zusammenarbeit mit den MĂŒhlheimer Stahl und Walzwerken errichtet wurde.cite-ref-elektrisch-ber-den-arlberg-8-1[8] Seit 2021 fließt das Wasser durch eine unterirdische Druckrohrleitung vom Wasserschloß zum Kraftwerk, die drei alten Fallrohre wurden abgetragen und gleichzeitig einige technische Einrichtungen modernisiert. Wie schon vor dem Umbau betrĂ€gt die Leistung 36 MW.

Kraftwerk Braz

Ein weiteres Kraftwerk der ÖBB, welches die knapp 300 Meter GefĂ€lle unterhalb des Spullerseewerkes nutzt, befindet sich auf 728 m Seehöhe in Braz.cite-ref-2-35-0[32] Es leistet bis zu 25,5 MWcite-ref-0-33-1[31] und entstand zwischen 1948 und 1953.cite-ref-36[33]

Diese drei Kraftwerke liefern jÀhrlich rund 220.000 Megawattstunden und decken damit rund 80 % des Bahnstrombedarfs von Vorarlberg und Tirol.cite-ref-37[34]

Übertragungsleitung und Unterwerke

Das Spullerseewerk und das Ruetzwerk wurden durch eine Übertragungsleitung mit 55.000 Volt Spannung miteinander verbunden, die ĂŒberwiegend abseits der Bahn und zwischen Langen und St. Anton in einer Seehöhe von 2.019 m ĂŒber den Arlberg verlief. Aus dieser wurden die Unterwerke in Dannöfen (Wald am Arlberg), Flirsch, Roppen und Zirl versorgt, die die Energie auf die Fahrdrahtspannung von 15.000 V herunter transformierten.

Am Bau der Übertragungsleitung waren die Firmen A.E.G. Union ElektrizitĂ€ts-Gesellschaft Wien, die ELIN AG fĂŒr elektrische Industrie und die Österreichischen Siemens-Schuckert Werke beteiligt. Die beiden letztgenannten Firmen statteten zudem die Unterwerke aus.

Geschichte

Mit der Eröffnung wurde eine völlig neue Verbindung zwischen dem Bodensee und der Adria geschaffen. Der Verkehr entwickelte sich rasch, so dass bereits am 15. Juli 1885 das zweite Gleis durch den von Anfang an zweigleisig projektierten Arlbergtunnel eröffnet werden konnte. 1934 ging das erste elektromechanische Stellwerk im Bahnhof Braz in Betrieb.cite-ref-7-14-1[13]

Vorzeigezug der Arlberg-Strecke wurde der Arlberg-Orient-Express als Luxuszug, der ausschließlich Schlafwagen, Speisewagen und Salonwagen der ersten beiden Klassen von Paris nach Bukarest mitfĂŒhrte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Arlberg-Orient-Express in einen Schnellzug umgewandelt, der Schlafwagen und Sitzwagen mitfĂŒhrte. Ab 1962 wurde er als Arlberg-Express auf den Laufweg von Paris nach Wien verkĂŒrzt und Mitte der 1990er Jahre eingestellt.cite-ref-38[35]

In der ersten österreichischen Republik gehörte die Strecke in den ZustĂ€ndigkeitsbereich der Bundesbahndirektion Innsbruck. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 firmierte diese kurzfristig als Reichsbahndirektion Innsbruck, bevor sie bereits zum 15. Juli 1938 aufgelöst und der Reichsbahndirektion Augsburg unterstellt wurde.cite-ref-39[36] Nach 1945 wurden die ÖBB wieder gegrĂŒndet, die Direktionsstruktur aus der Zeit vor 1938 wieder eingerichtet und die Bundesbahndirektion Innsbruck erneut eingerichtet.

Ab 1958 setzten SBB und ÖBB zwischen Basel und Wien den Transalpin ein, der den Arlberg-Orient-Express als wichtigsten Zug der Strecke ablöste. 2010 wurde der Transalpin vorĂŒbergehend eingestellt und durch einen Railjet der ÖBB ersetzt.

Betrieb

Insgesamt hat sich bis heute der Verkehr trotz Konkurrenz durch den Straßentunnel so stark entwickelt, dass mittlerweile die Zufahrtsstrecken fast durchgehend zweigleisig ausgebaut wurden. ZusĂ€tzlich zum betrĂ€chtlichen GĂŒterverkehr rollen schnelle Railjet-ZĂŒge von Wien nach Vorarlberg. Der Regionalzugverkehr auf den beiden Rampen und durch den Tunnel wurde jedoch wegen der sehr geringen Fahrgastzahlen gĂ€nzlich eingestellt. Mit Ausnahme von St. Anton und Langen wurden deshalb alle Personenzughalte zwischen Landeck-Zams und Bludenz aufgegeben. Die Stationen zwischen Bludenz und Langen wurden bis zum Fahrplanwechsel im Mai 1999 bedient.cite-ref-40[37] Dies hatte zur Folge, dass nur noch ein einziges Regionalzugpaar ĂŒber den Berg fuhr (REX 1878/1879), welches aber auch nur an den beiden Fernverkehrsstationen St. Anton und Langen hielt. Seit 2010 verkehren keine NahverkehrszĂŒge mehr ĂŒber den Arlberg. Im Reiseverkehr wird die Bergstrecke (Stand 2020) ausschließlich von FernverkehrszĂŒgen bedient. Ein weiterer Vorteil der entfallenden RegionalzĂŒge sind die zusĂ€tzlich entstandenen Fahrplantrassen fĂŒr die Fernverkehrs- und GĂŒterzĂŒge. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 verkehrt tagsĂŒber im Durchschnitt stĂŒndlich je ein Fernzug in beiden Richtungen ĂŒber die Arlbergbahn. Diese können zwischen Bludenz und St. Anton in der 2. Klasse auch mit Vorarlberger Verkehrsverbundfahrkarten, auf Tiroler Seite auch mit Karten des Verkehrsverbundes Tirol genutzt werden. Lediglich die Fahrradmitnahme ist auch hier reservierungspflichtig und erfordert den Erwerb einer Fahrradkarte fĂŒr den Fernverkehr.cite-ref-41[38]

Mit Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wurde die Haltestelle Oberhofen im Inntal eröffnet. Sie ist die zurzeit jĂŒngste Station der gesamten Strecke. In der ersten HĂ€lfte des Fahrplanjahres 2005 wurde die Station von lediglich neun ZĂŒgen pro Richtung angefahren, ehe mit 13. Juni 2005 dieses Angebot auf bis zu 29 ZĂŒge pro Richtung angehoben wurde. Mittlerweile ist sie integraler Bestandteil der S-Bahn Tirol.

Die schwerwiegenden Ereignisse des Hochwassers in den Alpen 2005 gingen an der Arlbergstrecke ebenfalls nicht spurlos vorbei. Neben anderen kleineren SchĂ€den wurde zwischen den Bahnhöfen Strengen und Flirsch ein Damm der Arlbergbahn weggespĂŒlt. Bis zum vollstĂ€ndigen Wiederaufbau musste die Strecke von 23. August bis 3. Dezember gesperrt werden. Insgesamt mussten 4 km Gleise neu verlegt und die Oberleitung instand gesetzt werden. Die Sanierungskosten betrugen 25 Millionen Euro.

Auf der Arlbergbahn gibt es noch Schrankenanlagen. So existieren nahe der Parzelle Radin an der EK 130,502 eine niveaugleiche Kreuzung mit der Landesstraße 97 (Klostertaler Straße) und etwas westwĂ€rts in der Parzelle Unterradin eine mit einer Nebenstraße.cite-ref-42[39] Eine andere Nebenstraße kreuzt die drei Gleise der westlichen Ausfahrt des Bahnhofs Braz. Die letzte Schrankenanlage auf der Strecke, die noch von Hand bedient wurde, war jene in Imsterberg in Tirol.cite-ref-43[40] Dort stand zuletzt der letzte ÖBB-SchrankenwĂ€rter Tirols, ehe auch diese Anlage am 29. November 2019 automatisiert wurde.cite-ref-44[41]

Im Zuge der Automatisierung des Betriebsablaufs wurden die Fahrdienstleiterstellen auf den Bahnhöfen zwischen Landeck und Bludenz sukzessive abgeschafft und die Steuerung von der BetriebsfĂŒhrungszentrale Innsbruck ĂŒbernommen. Der letzte besetzte Bahnhof war der in Braz; der dortige Fahrdienstleiter verließ diesen am 13. August 2021.cite-ref-7-14-2[13]

Ausbau der Strecke

Wegen des wachsenden Verkehrsvolumens wurde die Strecke immer wieder ausgebaut. Seit dem Umbau des Bahnhofs St. Anton können bis zu 120 ZĂŒge pro Tag die Arlbergstrecke benutzen, die auf einzelnen Abschnitten östlich von St. Anton Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h fahren können.

Konzertkurve

In den Jahren 1953 bis 1956 wurde die frĂŒher auf Straßenniveau verlaufende Verbindung von Innsbruck Westbahnhof zum Innsbrucker Hauptbahnhof in einen Einschnitt verlegt. Die Verbindung wurde dreigleisig ausgefĂŒhrt – zwei Gleise dienen dem Reisezugverkehr, ein Gleis dient den GĂŒterzĂŒgen. Es zweigt nach der Unterquerung der Leopoldstraße von den anderen beiden Gleisen ab und fĂŒhrt direkt in den Frachtenbahnhof Innsbruck. Die am 30. April 1956 eröffnete Strecke hob drei BahnĂŒbergĂ€nge auf. Sie trĂ€gt den Namen Konzertkurve nach Fritz Konzert, dem damaligen Stadtbaudirektor von Innsbruck und Initiant des Bauwerkes.cite-ref-45[42]

Ötztal – Landeck-Zams

Als nĂ€chstes TeilstĂŒck zum zweigleisigen Ausbau der Arlbergbahn folgt das StĂŒck Ötztal – Landeck-Zams. Der circa 20 km lange eingleisige Abschnitt wurde aus wirtschaftlichen GrĂŒnden teilweise zweigleisig ausgebaut. Zwischen Innsbruck und Ötztal ist die Trasse durchgehend zweigleisig, zwischen Ötztal und Kronburg bis auf ein kurzes StĂŒck zwischen Landeck-Zams und Schönwies eingleisig, ein zweigleisiger Ausbau ist zwischen Imst und Imsterberg geplant. Im Rahmenplan der ÖBB 2023–2028 ist ein vollstĂ€ndiger Ausbau jedoch nicht eingeplant, im Zielnetz 2040 der ÖBB befinden sich fĂŒr den Ausbau allerdings noch weitere Maßnahmen, konkret sind diese jedoch noch nicht.cite-ref-46[43] Hingegen ist eine KapazitĂ€tsoptimierung und der Bahnhofsumbau von Imst-Pitztal und Schönwies in Planung.cite-ref-47[44]

Landeck-Zams – St. Anton am Arlberg

Der erste Ausbau der Strecke fand im Bereich Schnann–St. Jakob statt. Dabei folgt die neue Trasse der alten StreckenfĂŒhrung. Um den Besucheransturm auf die Alpinen Skiweltmeisterschaften bewĂ€ltigen zu können, musste die Arlbergbahn im Bereich St. Jakob–St. Anton ausgebaut werden. Man entschied sich fĂŒr eine Verlegung der neuen Trasse nach SĂŒden. Sie zweigt kurz vor der Haltestelle St. Jakob in den Wolfsgrubentunnel ab, durchlĂ€uft den Bahnhof St. Anton, der am sĂŒdlichen Ortsrand neu errichtet wurde und mĂŒndet 400 m vor seinem alten Portal in den Arlbergtunnel. Das alte Portal wurde abgetragen. Sein Oberteil wurde restauriert und erhielt einen ehrenvollen Platz vor dem neuen Bahnhof St. Anton, genau in Höhe des jetzigen Ostportals.

Obwohl der Regionalzugverkehr eingestellt wurde, erhielten die Orte Schnann und Pettneu neue Haltestellen. AnlĂ€sslich der alpinen Ski-WM 2001 wurden hier zahlreiche Auto-ParkplĂ€tze eingerichtet. Die Besucher des Großereignisses wurden mit ShuttlezĂŒgen, die zwischen Langen und Schnann verkehrten, nach St. Anton gebracht. FĂŒr andere Großereignisse, wie beispielsweise das Arlberg-Kandahar-Rennen, können diese Einrichtungen weiterhin genutzt werden.

St. Anton am Arlberg – Langen am Arlberg (Arlbergtunnel)

Nachdem im Arlbergtunnel bereits 1987/88 zur Erreichung grĂ¶ĂŸerer Eckhöhen fĂŒr ZĂŒge des kombinierten Verkehrs ein Streckengleis abgesenkt und teilweise mit einer Festen Fahrbahn ausgestattet wurde, fanden seit September 2004 eine GeneralĂŒberholung des Tunnels aus SicherheitsgrĂŒnden und eine Sanierung der 120 Jahre alten Bausubstanz statt.cite-ref-48[45]

Bei dieser sicherheitstechnischen NachrĂŒstung des Arlbergtunnels handelt es sich um zwei Teilprojekte. Gemeinsam mit der ASFINAG erstellte die ÖBB-Infrastruktur Bau AG Flucht- und Rettungswege, wobei der Arlberg-Eisenbahntunnel durch sechs Fluchtstollen mit dem nahezu parallel verlaufenden Straßentunnel verbunden wurde.cite-ref-4-49-0[46] WĂ€hrend die Herstellung der Rettungswege seit 6. MĂ€rz 2008 abgeschlossen ist, wurde danach an der Sanierung und sicherheitstechnischen NachrĂŒstung des Eisenbahntunnels weiter gearbeitet. Aus diesem Grund war der Arlbergtunnel bis Sommer 2010 fast durchgehend nur eingleisig befahrbar.

Mit der Fertigstellung dieses Projekts im Gesamtaufwand von 47 Millionen Euro wurde ein Sicherheitskonzept umgesetzt, das in ganz Europa einzigartig ist. Das Rettungssystem basiert auf dem Prinzip der Selbstrettung, in dem sich betroffene Personen aus der unmittelbaren Gefahrenzone retten können.cite-ref-vorarlberg-online-50-0[47] Die aus dem Arlberg-Eisenbahntunnel herausfĂŒhrenden Fluchtstollen mĂŒnden in SammelrĂ€ume, die bis zu 800 Personen Platz bieten und mit doppelten Schleusentoren gegen Hitze und Rauch abgesichert sind. Der Luftdruck in diesen RĂ€umen kann im Brandfall leicht erhöht werden, um Rauch aus dem Tunnel fernzuhalten.cite-ref-3-51-0[48] Im Ereignisfall ist jeder dieser SammelrĂ€ume zu Fuß in 20 Minuten erreichbar, wobei ĂŒberdimensionale Schautafeln und Markierungen die Fluchtwege erklĂ€ren. Über den anderen freien Tunnel können diese Personen anschließend von den SicherheitskrĂ€ften geborgen werden. Alle Anlagen werden von der Betriebszentrale der ASFINAG in St. Jakob am Arlberg mit Videokameras ĂŒberwacht. Die Tunnelwarte ist ĂŒber Notruf-Fernsprecher erreichbar.

In einer Vielzahl von Maßnahmen wird eine Aufweitung und Sanierung der Substanz des Tunnels durchgefĂŒhrt. Zur Befahrbarkeit des Tunnels mit herkömmlichen Einsatzfahrzeugen wurden beide Gleise abgesenkt und mit einer „Festen Fahrbahn“ ausgestattet. Neben anderen Sicherheitseinrichtungen, wie Beleuchtung oder HandlĂ€ufen, wurden Wendenischen errichtet, die den Feuerwehrfahrzeugen im Rettungs- und Übungsfall das Rangieren ermöglichen. Aufgrund der rĂ€umlichen NĂ€he des Straßentunnels zum Eisenbahntunnel – die beiden Tunnel verlaufen in einer Entfernung von 160 bis 310 Metern und einer grĂ¶ĂŸten Höhendifferenz von 35 Meter nahezu parallel zueinander – wurden die beiden Tunnel alle 1.700 Meter durch gemeinsame Fluchtstollen, die in Rettungskammern fĂŒhren, verbunden. Diese VerbindungsgĂ€nge dienen vorwiegend der Selbstrettung der Eisenbahn- sowie Straßenbenutzer. Seit Ende 2007 sind diese Bauarbeiten abgeschlossen und die zugehörenden Leitsysteme benutzbar.

Ab August 2007 wurde die Feste Fahrbahn fĂŒr Gleis 1 errichtet, die im September 2008 fertiggestellt wurde, ehe im Zeitraum von Oktober 2008 bis Ende 2009 die Feste Fahrbahn fĂŒr Gleis 2 errichtet wurde. Insgesamt wurden dabei acht Weichen, 40.000 m Schienen und 25.000 StĂŒck Schwellen ausgebaut, 27.000 Tonnen Gleisschotter und 15.000 Kubikmeter Felsen und Gesteine aus der Tunnelsohle abgetragen. Weiters mussten 48.000 Kubikmeter Spritzbeton und 3.500 Quadratmeter Mauerwerk abgetragen sowie 22.500 Quadratmeter Gewölbe gereinigt werden. Errichtet wurden zweimal 10.000 Laufmeter Feste Fahrbahn mit 3.700 StĂŒck Gleistragplatten und 40.000 m Schienen der Bauform UIC 60, die als Einzelschienen in einer LĂ€nge bis zu 120 Meter eingebracht und lĂŒckenlos verschweißt wurden. FĂŒr den Gleiswechsel wurden im Bereich der Festen Fahrbahn acht Weichen neu verlegt. Im Tunnel wurden 48.600 Quadratmeter Spritzbeton neu aufgebracht. Die Gesamtfertigstellung erfolgte Mitte 2010.

Zwischen dem östlich des Bahnhofs St. Anton befindlichen Wolfsgrubentunnel und dem Straßentunnel wurde nach dem gleichen Konzept, wie im Arlberg-Eisenbahntunnel, ein weiterer Fluchtstollen mit Sammelraum angelegt.cite-ref-4-49-1[46]

Langen am Arlberg – Klösterle (Blisadonatunnel)

Der 2.411 Meter lange Blisadonatunnel ersetzt die alte, bei der Fertigstellung der Bahn durchgehend oberirdische und mit zwei nachtrĂ€glich gebauten Tunnels dann teilweise unterirdisch gefĂŒhrte Strecke zwischen Langen und Klösterle. Er beginnt mit zwei Röhren nach dem Bahnhof Langen: Einer zweigleisigen Hauptröhre und einer eingleisigen Nebenröhre an der Nordseite, welche nach kurzer Strecke in die Hauptröhre einmĂŒndet. Nachdem der einröhrige Hauptabschnitt des Tunnels durchfahren wurde, endet der Doppelgleisabschnitt. Das Gleis zweigt in eine schmale Seitenröhre nach links in Richtung SĂŒden ab und fĂŒhrt bis zum derzeitigen Westportal nach Klösterle. Die Hauptröhre, deren Weiterbau geplant ist, endet wenige Meter hinter der Abzweigung der Seitenröhre.

Die bereits vor dem Bau des Blisadonatunnels (aufgrund der im Mai 1999 geschehenen Einstellung des Nahverkehrs) aufgelassene Haltestelle Klösterle wurde in diesem Zusammenhang von der Arlbergbahn abgeschnitten. Der aufgelassene Streckenteil zwischen dem Westkopf des Bahnhofs Langen und der EinmĂŒndung des Blisadonatunnels (nĂ€chst dessen Westportal) in die Bestandsstrecke ist nahezu auf seiner GesamtlĂ€nge begehbar. Der Großtobeltunnel wurde zugeschĂŒttet, das zugehörige Tobel ist inmitten großzĂŒgiger Lawinenverbauungen zu Fuß zu ĂŒberqueren. Zwischen dem (verschĂŒtteten) Westportal des Großtobeltunnels und der obengenannten EinmĂŒndung ist die ehemalige Trasse sogar asphaltiert. Die WĂ€ldletobelbrĂŒcke und die ehemalige Haltestelle Klösterle sind somit gut erreichbar.

Braz – Bludenz

Als nĂ€chstes TeilstĂŒck zum vollstĂ€ndigen zweigleisigen Ausbau der Arlbergbahn sollte das StĂŒck Braz – Bludenz folgen. Die Neubaustrecke war bereits fertig geplant, wegen einer voraussichtlich bis 2032 ausreichenden KapazitĂ€t des vorhandenen Gleises wurde vom Bau jedoch vorerst abgesehen. Das 5.888 Meter lange Projekt hĂ€tte aus zwei StraßenunterfĂŒhrungen, einer FußgĂ€ngerĂŒberfĂŒhrung, einer BrĂŒcke ĂŒber den Almaintobel und dem 3.261 m langen Bingser Tunnel bestanden, die Kosten wurden auf etwa 132 Mio. € geschĂ€tzt.cite-ref-52[49] Es ist nun lediglich ein zweigleisiger Ausbau eines 1,4 km langen Abschnittes im Anschluss an das ostseitige Ende des Bahnhofs Bludenz, im Bereich des Klosterbogens, vorgesehen, wofĂŒr (Stand: I. Quartal 2023) vorbereitende Arbeiten laufen. Die Strecke wird dort zur Verringerung der Radien mitsamt der Landesstraße 97 um bis zu etwa 100 m nach SĂŒden verschwenkt, die Weiche fĂŒr den Übergang von der Ein- in die Zweigleisigkeit wird dann etwa beim km 134,2 auf Höhe der Parzelle Kaplina liegen.cite-ref-53[50]

Triebfahrzeuge

Bei der VielfĂ€ltigkeit der LokomotiveinsĂ€tze können wegen des langen Zeitraums nicht sĂ€mtliche Lokomotiv-Reihen wiedergegeben werden. Es fanden nicht nur viele normalspurige Reihen der kkStB Verwendung, sondern darĂŒber hinaus nahezu alle Reihen der ÖBB. Die HaupttrĂ€ger des Verkehrs auf der Arlbergbahn sind in folgender Aufstellung zu finden.

Dampflokomotiven

FĂŒr den Betrieb der Arlbergbahn wurde die Idee der Semmeringbahn aufgegriffen und ein Wettbewerb fĂŒr Lokomotiven ausgeschrieben, an der sich die Wiener NeustĂ€dter Lokomotivfabrik, die Lokomotivfabrik Floridsdorf und Krauss in MĂŒnchen beteiligten. Die 1884/85 ausgelieferten Lokomotiven hatten teils Innen-, teils Außenrahmen und wiesen Innensteuerung auf. Die Wiener NeustĂ€dter Maschinen fanden als kkStB 76.01–04 (Dienstmasse 53,5 Tonnen), die Krauss-Lokomotiven als Reihe kkStB 78 (Dienstmasse 56,5 Tonnen) und die beiden Floridsdorfer Maschinen schließlich bildeten die kkStB-Reihe 79 (Dienstmasse 72,5 Tonnen). TatsĂ€chlich setzten sich jedoch die Lokomotiven der kkStB-Reihe 73 durch, an deren Bau alle österreichischen Lokomotivfabriken beteiligt waren. Von dieser Universallokomotive, die ein Dienstgewicht von 55,1 t aufwies, wurden 436 StĂŒck beschafft. Dank ihrer Leistung von 700 PS konnte sie in der Ebene 1.650 Tonnen mit 30 km/h, auf einer Steigung von 10 ‰ 580 Tonnen mit 15 km/h und 220 Tonnen auf einer Steigung von 25 ‰ mit ebenfalls 15 km/h befördern. Sie wurden hauptsĂ€chlich im GĂŒterzugverkehr eingesetzt.

Von der Arlbergbahn selbst wurden weiters 1884 von Krauss in MĂŒnchen fĂŒnf Personenzuglokomotiven der Reihe kkStB 28 beschafft. Diese 68,3 t schweren 1’C-Lokomotiven hatten Innenrahmen und Außensteuerung, entsprachen jedoch schon bald nicht mehr den gewĂŒnschten Erfordernissen am Arlberg. Sie wurden daher zur Giselabahn versetzt und wurden 1913 ausgemustert. Ein lĂ€ngeres Dasein durfte die kkStB Tenderreihe 31 auf der Arlbergbahn fristen, die wegen ihres geringen Dienstgewichts von nur 31 t mit Personenzuglokomotiven Verwendung fand.

Außerdem wurden im GĂŒterzugverkehr vorerst die von der Wiener NeustĂ€dter Lokomotivfabrik und von der Lokomotivfabrik Floridsdorf gebauten, dreifach gekuppelten Schlepptenderlokomotiven der Reihe kkStB 48, die ein Dienstgewicht von 41,1 t hatte, eingesetzt. Da mit diesen Lokomotiven binnen kurzer Zeit nicht mehr das Auslangen gefunden werden konnte, wurde schon bald auf die von Karl Gölsdorf entwickelten, vierfach gekuppelten GĂŒterzug-Schlepptenderlokomotiven der Reihe 170 umgestellt. Diese Maschinen, die ebenfalls von der SĂŒdbahngesellschaft auf der Semmeringbahn und auf der Brennerbahn eingesetzt wurden, waren auf der Arlbergbahn ursprĂŒnglich im Schnellzugverkehr eingesetzt. Die Lokomotiven der Reihe 170 hatten ein Dienstgewicht von 68,5 t. Charakteristisch waren die zwei Dampfdome mit Verbindungsrohr. Sie erreichte mit 796 StĂŒck die höchste Auflage aller österreichischen Lokomotivreihen.

Nachdem sich bei der Tauernbahn die beiden Heißdampflokomotiven der kkStB-Baureihe 380 bewĂ€hrten, ließ die kkStB bei der Wiener NeustĂ€dter Lokomotivfabrik und bei der Lokomotivfabrik Floridsdorf ab 1911 weitere 26 Maschinen herstellen, um diese unter anderem auf der Arlbergbahn einzusetzen. Dazu wurden diese zudem mit einer Ölzusatzfeuerung ausgestattet, um im Arlbergtunnel selbst bei fehlender DurchlĂŒftung verwendet werden zu können. Diese Maschinen mit einer Dienstmasse von 81,1 Tonnen waren wahre Kraftpakete und leisteten 1.645 PS, die sich bis zu Spitzenwerten von 2.100 PS steigern ließen. Die letzte neu entwickelte Dampflokreihe am Arlberg war nach dem Ersten Weltkrieg die 1’E-Schlepptenderlokomotive der Reihe 81.

Weiters fanden auf der Arlbergbahn noch Dampflokomotiven der Reihen kkStB 97 (04–06) Verwendung. Diese Nebenbahnlokomotiven, die ein Dienstgewicht von nur 29,0 t aufwiesen, wurden vorwiegend bei ArbeitszĂŒgen eingesetzt. Belegt ist auch die als Wiener Stadbahnlokomotive bekannte Reihe 30 im Vorspanndienst.

Diesellokomotiven

Im Regelzugverkehr kamen Dieseltriebfahrzeuge nie zum Einsatz. Lediglich zum Verschub und zur Bedienung von Baustellen mĂŒssen, insbesondere bei abgeschalteter oder fehlender Oberleitung, Diesellokomotiven verwendet werden. Hier war es vor allem die von den Jenbacher Werken gebaute ÖBB-Reihe 2043, die auf der Arlbergbahn zu finden war. Im Verschubbetrieb wurden zudem Lokomotiven der ÖBB-Reihen 2062 und 2067 verwendet, die jedoch immer mehr von der leistungsstĂ€rkeren ÖBB-Reihe 2068 verdrĂ€ngt wurden. Neuerdings sind zudem Dieselloks der ÖBB-Reihe 2016 „Hercules“ auf der Arlbergbahn anzutreffen.

Elektro-Triebfahrzeuge und -TriebzĂŒge

Mit der Aufnahme des elektrischen Betriebes auf der Arlbergbahn am 14. Mai 1925 wurde der Schnell- und Personenzugverkehr mit Triebfahrzeugen der BBÖ-Reihen 1100 (spĂ€ter als „Krokodil“ bekannt) und 1029 abgewickelt, wĂ€hrend vor GĂŒterzĂŒgen hauptsĂ€chlich die BBÖ-Reihe 1080 zum Einsatz kam.cite-ref-54[8.4]

Ab 1940 wurden diese immer mehr von den weit leistungsstĂ€rkeren Lokomotiven der DR-Baureihe E 94 verdrĂ€ngt. Diese Type kam ursprĂŒnglich nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und der damit verbundenen BetriebsĂŒbernahme durch die Deutsche Reichsbahn. Nach Kriegsende verblieben 44 Lokomotiven in Österreich, die 1952 durch drei weitere Nachbau-Lokomotiven ergĂ€nzt wurden, sie erhielten im ÖBB-Nummernschema der Nachkriegszeit die Bezeichnung 1020. Erst 1995 wurden die letzten Lokomotiven dieser bedeutenden Reihe ausgemustert.

Mit den ÖBB-Reihen 1010 und insbesondere 1110 kamen ab 1955 vorerst nur im Schnell- und Personenzugverkehr (spĂ€ter desgleichen im GĂŒterzugverkehr) neue leistungsstarke Lokomotiven ĂŒber den Arlberg zum Einsatz. Im Jahr 1963 folgten die Einheitslokomotiven der ÖBB-Reihe 1042, die heute im Arlbergverkehr nicht mehr anzutreffen sind. Seit 1976 kamen auf der Arlbergbahn ferner die neu beschafften, thyristorgesteuerten Triebfahrzeuge der ÖBB-Reihen 1044 und 1144 zum Einsatz.

Allerdings werden die 1044 / 1144 ebenfalls schon von den neuen Einheitslokomotiven der ÖBB-Reihen 1016 und 1116 Taurus verdrĂ€ngt, die heute sowohl im Fernzug-, als auch im GĂŒterzugverkehr das Bild beherrschen. Seit EinfĂŒhrung der neuen Railjet-ZĂŒge am 14. Dezember 2008 kommen im Fernverkehr fast ausnahmslos nur mehr Lokomotiven dieser Bauart zum Einsatz. Nach wie vor ist die 1044/1144 als Vorspann- oder Schiebelok vor beziehungsweise hinter GĂŒterzĂŒgen, sowie auch noch vereinzelt bei der Bespannung von ReisezĂŒgen (Fahrplan 2017/18 vor dem IC-Zugpaar 118/119) anzutreffen.

FĂŒr den am 1. Juni 1958 neu eingefĂŒhrten Paradezug Transalpin wurden eigens vier neue TriebzĂŒge der ÖBB-Reihe 4130 beschafft, die aus der ÖBB-Reihe 4030 hervorgingen. Diese hatten eine entsprechend angehobene Leistung und eine grĂ¶ĂŸere Höchstgeschwindigkeit. Zudem war im Steuerwagen eine KĂŒche untergebracht. Da die 4130 schon bald nicht mehr den Anforderungen genĂŒgten, kam es zur Neukonstruktion des ÖBB-Triebzuges 4010, der ab 1965 zum Einsatz kam. Der sechsteilige Triebzug setzte in Österreich völlig neue MaßstĂ€be in Sachen Komfort und war bei den Reisenden ĂŒberaus beliebt. Da selbst mit 4010-Doppelgarnituren nicht mehr das Auslangen gefunden wurde, musste der Transalpin ab 1977 mit Lokomotiven und Waggons gefĂŒhrt werden.

Im Regionalverkehr war der erste eingesetzte Triebzug die ÖBB-Reihe 4030, die wiederum von jenen der ÖBB-Reihe 4020 abgelöst wurde.

Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 kamen auf der Arlbergbahn die TriebzĂŒge der Reihe 4011 – die ÖBB hatten drei StĂŒck davon von der DB, bei der diese als Baureihe 411 verkehrten, gekauft – im Zuglauf ICE 562 / ICE 661 (Wien Westbf–Bregenz) zum Einsatz. Im Regionalverkehr werden ebenfalls seit 9. Dezember 2007 im Zuglauf (Rosenheim)–Innsbruck Hbf–Landeck-Zams TriebzĂŒge der Baureihe 4024 verwendet. Die zuvor verwendeten TriebzĂŒge der ÖBB-Reihe 4020 gehören damit der Vergangenheit an. Der ICE-Betrieb wurde 2008 wieder eingestellt.cite-ref-55[51] Seit Dezember 2009 wird die Arlbergbahn mit Railjet-Garnituren befahren, die in der Relation Wien – Salzburg – Innsbruck – Feldkirch – ZĂŒrich/Bregenz verkehren. Seit Dezember 2012 werden in der Relation Wien – ZĂŒrich – Wien fĂŒnf Tagesverbindungen mit Railjet erbracht.

ZwischenfÀlle

Die vor allem auf der Westrampe anspruchsvolle TrassenfĂŒhrung, technische Gebrechen und die Naturgewalten (Lawinen, Vermurung, Steinschlag, unter Belastung durch Schnee oder Wind auf die Strecke gefallene BĂ€ume) waren Ursache oder Mitursache einer Reihe schwerer UnfĂ€lle:

14 Wagen eines bergauf fahrenden GĂŒterzuges rissen am 14. JĂ€nner 1924 beim Anfahren nach einem außerplanmĂ€ĂŸigen Halt im damaligen Großtobeltunnel, gut einen Kilometer vor Langen am Arlberg, bei einer Zugtrennung von den Lokomotiven ab. Sie liefen talwĂ€rts ab, bewegten sich mit weit ĂŒber 100 km/h auf den Bahnhof Dalaas zu und konnten dort nur noch durch eine absichtlich herbeigefĂŒhrte Entgleisung aufgehalten werden. Sie zerstörten einen Großteil der dortigen Bahnanlagen.cite-ref-56[52]

Ein Bremsversagen war der Grund fĂŒr das Entgleisen aller 33 Wagen eines GĂŒterzuges zwischen Dalaas und Braz am 15. Februar 1947. Die Lok kam erst in NĂŒziders zum Stehen.cite-ref-5-57-0[53]

Das jetzige Dalaaser BahnhofsgebĂ€ude ist nach der Lawinenkatastrophe von 1954 etwas außerhalb der Lawinenzugbahn neu errichtet und 1968 fertiggestellt worden. Der E 632 von Bregenz nach Wien war am Vormittag des 11. JĂ€nner 1954 aufgrund akuter Lawinengefahr in Dalaas angehalten worden. Am 12. JĂ€nner brach kurz nach Mitternacht eine Großlawine aus dem dafĂŒr berĂŒchtigten Muttentobel herunter. Sie warf die fĂŒhrende, vor dem Zubau des Dalaaser BahnhofsgebĂ€udes zum Stehen gekommene ÖBB 1020.47 dieses Zuges auf die Seite. Durch ihr Gewicht milderte sie den Druck der Schneemassen auf diesem Teil des Hauses. Der von der Lokomotive nicht geschĂŒtzte, Ă€ltere Teil des massiv gemauerten GebĂ€udes wurde weggerissen. Dabei starben die darin wohnende Eisenbahnerfamilie sowie im Warteraum befindliche Reisende des Zuges; insgesamt zehn Menschen.cite-ref-58[54]cite-ref-59[55] Unter anderem im Februar 1970 drang eine Lawine aus dem Muttentobel wieder bis aufs BahngelĂ€nde vor; SchĂ€den durch diesen Lawinenabgang sind allerdings nicht ĂŒberliefert.cite-ref-5-57-1[53]

Am 27. JĂ€nner 1968 wurde die 1908 errichtete SchanatobelbrĂŒcke zwischen Hintergasse und Braz nach starken SchneefĂ€llen von einer Lawine von den Widerlagern gerissen. Zwischen 29. JĂ€nner und 20. Februar wurde unter schwierigen Bedingungen eine BehelfsbrĂŒcke mit 42 m StĂŒtzweite mit Roth-Waagner-BrĂŒckengerĂ€t errichtet. Wegen der Lawinengefahr im zu ĂŒberbrĂŒckenden Graben musste die BehelfsbrĂŒcke im Freivorbau errichtet werden. Ab Anfang August 1968 begannen die Vorarbeiten fĂŒr den BrĂŒckenneubau. Unter laufendem Betrieb wurde neben der BehelfsbrĂŒcke eine 155 t schwere Bogentragwerk-BrĂŒcke errichtet. Diese wurde in der Nacht vom 17. auf den 18. November in einer 14-stĂŒndigen Sperrpause eingeschoben. Bis zum 19. Dezember 1968 wurde die BehelfsbrĂŒcke wieder abgebaut.cite-ref-60[56]

Am 21. Februar 1971 bemerkte das Personal eines GĂŒterzuges mit zehn mit melassiertem Spiritus beladenen, vierachsigen PKP-Kesselwagen ein Bremsversagen auf der Westrampe. Es zog noch alle erreichbaren Handbremsen an und sprang dann bei etwa 50 km/h ab. Alle Wagen entgleisten westlich des Bahnhofs Hintergasse aufgrund der zunehmenden, unzulĂ€ssig hohen Geschwindigkeit. Sieben von ihnen stĂŒrzten etwa 100 m in die Tiefe und gerieten in Brand. Die Kupplung hinter der fĂŒhrenden ÖBB 1020 brach dabei, die Lokomotive lief mit bis zu 110 km/h talwĂ€rts und noch mit 100 km/h durch den Bahnhof Bludenz. Sie kam erst im Bahnhof Ludesch zum Stehen.cite-ref-61[57]

Am 11. August 1995 riss eine infolge eines schweren Gewitters abgehende Mure die MasonbachbrĂŒcke weg. Ein talwĂ€rts fahrender Reisezug konnte nicht rechtzeitig angehalten werden; die Lokomotive und die ersten drei Wagen stĂŒrzten in die Schlucht des Masonbaches. Der LokfĂŒhrer und drei Reisende starben.cite-ref-62[58]

→

Hauptartikel

:

Eisenbahnunfall von Braz 1995

Am 16. Juni 2010 entgleiste zwischen Hintergasse und Braz, im und kurz nach dem Brazer Bogen, wo 70 km/h zulĂ€ssig waren, ein talwĂ€rts fahrender GĂŒterzug, der wegen Bremsversagens im GefĂ€lle eine Geschwindigkeit von 125 km/h erreichte.cite-ref-63[59]

→

Hauptartikel

:

Eisenbahnunfall von Braz 2010

Zwischen den Tiroler Stationen Roppen und Imst-Pitztal kam es am 16. Mai 2023, nachmittags zu einer Vermurung, die Strecke wurde gesperrt, ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.cite-ref-64[60]

Siehe auch
Literatur

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‱ Wilhelm Drathschmidt von Bruckheim: Arlbergbahn. In: Victor von Röll (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 1: Abdeckung–Baueinstellung. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1912, S. 265–272.
‱ Verzeichnis der Lokomotiven, Tender, Wasserwagen und Triebwagen der k. k. österreichischen Staatsbahnen und der vom Staate betriebenen Privatbahnen nach dem Stande vom 30. Juni 1917. 14. Auflage. Verlag der k. k. österreichischen Staatsbahnen, Wien 1918.
‱ Elektrisch ĂŒber den Arlberg. Selbstverlag der ÖBB, 1925.
‱ Karl Gölsdorf: Lokomotivbau in Alt-Österreich 1837–1918. Verlag Slezak, 1978, ISBN 3-900134-40-5.
‱ Johann Stockklausner: Dampfbetrieb in Alt-Österreich. Verlag Slezak, Wien 1979, ISBN 3-900134-41-3.
‱ Helmut Griebl, Josef-Otto Slezak, Hans Sternhart, BBÖ Lokomotivchronik 1923–1938. Verlag Slezak, Wien 1985, ISBN 3-85416-026-7.
‱ Bernhard Studer: Die Arlberg-Linie. Bucheli, Zug, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-7168-1677-9.
‱ Carl Asmus, Johann Stockklausner, A. Ditterich: Die Arlbergbahn. (= Eisenbahn-Journal. Spezial 1/95). Hermann Merker Verlag, FĂŒrstenfeldbruck 1995, ISBN 3-922404-68-5.
‱ Carl Asmus, Johann Stockklausner: 100 Jahre Arlbergbahn. (= Eisenbahn-Journal. Sonderausgabe 84.3). Hermann Merker Verlag, FĂŒrstenfeldbruck 1984, OCLC 313219977.
‱ Angela Juristzka; Helmut Pawelka: Von Ost nach West durch Alt-Tirol. Alba-Verlag Meerbuisch, 2014, ISBN 978-3-87094-257-1, S. 166–185.
‱ ENDStation Braz. Die letzten Fahrdienstleiter an der Arlbergbahn, Herausgegeben von Christof Thöny und Andreas Gaßner, Museumsverein Klostertal, Wald am Arlberg 2022, ISBN 978-3-902319-43-2.

Weblinks

Commons

: Arlbergbahn

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Arlbergbahn

– ReisefĂŒhrer

‱ Die Arlbergbahn – seit 1884
‱ Tunnelportalbilder
‱ SWR Eisenbahn-Romantik, Folge 704: Die Arlbergbahn – Wichtige Transitstrecke zwischen Vorarlberg und Tirol auf YouTube

Einzelnachweise

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cite-note-geschichte-der-eisenbahnen-der-sterreichisch-ungarischen-monarchie-band-1-teil-2-44. ↑ Geschichte der Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monarchie, Band 1/Teil 2 1898, S. 34.
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cite-note-66. ↑ Arlbergbahn. In: Victor von Röll (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 1: Abdeckung–Baueinstellung. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1912, S. 265–272.
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